Kleiner Blick zurück. Zu Beginn des hornis hatten wir uns ein Ziel gesetzt. 1 Jahr, 4 Ausgaben um dann ein Resümee zu ziehen und zu entscheiden, ob das alles überhaupt so umsetzbar ist.
Wichtig war, das Magazin für jeden kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Wir haben das horni zu Fuß oder mit dem Lastenrad zu den Hot Points gebracht. Die Auflage lag bei 1000.
Ein klassisches, skalierendes Geschäftsmodell gab es dabei nicht. Der Druck wurde durch Werbeanzeigen finanziert, Text und Layout entstanden durch puren Idealismus. Das horni war eher ein kultureller Beitrag für die, die klassische Magazine satthaben.
Nach genau 12 Monaten ist damit jetzt leider Schluss. Heft 5 war geschrieben, gestaltet und bereit für den Druck. Dafür aber mit einem Gefühl im Bauch, dass es mit den Werbeanzeigen eventuell eng werden könnte. Und das Bauchgefühl hatte recht. Der Druck konnte für Ausgabe 5 nicht finanziert werden. Pech gehabt. Aber, so isch's halt, im Schwarzwald, gell. Eins haben wir gelernt: Situationen erkennen, annehmen und akzeptieren. Und genau das machen wir jetzt auch. Ausgabe 4 war die damit letzte.
Sind wir traurig? Na klar. Sind wir glücklich? Auf jeden Fall. In einem Jahr haben wir durch das horni so unglaublich viele Menschen kennengelernt. Menschen von hier, die hier wohnen, leben, arbeiten, lachen und weinen. Wir haben ihnen zugehört und sie in unser Herz geschlossen. Wir haben sie in ihrer Umgebung wahrgenommen, fotografiert, und ganz ohne Hochglanzfilter gezeigt. Authentisch im Rohformat.
Genau das war es, was das horni ausgemacht hat. Viele da draußen haben uns geliebt und gefeiert. Euch allen und auch unseren Hot Point Partnern schicken wir ein fettes "Danke" rüber, denn ohne euch wären wir nicht dran geblieben. Und natürlich sind wir einigen auch ziemlich auf den Sack gegangen, mit unserem teilweise rotzigen, extrem ehrlichen, Schreibstil und unseren diversen Gegendarstellungen.
Als Inspirationsquelle und Ideengeber waren wir dafür aber anscheinend richtig gut und konnten zumindest zum Erfolg anderer, bereits etablierten #heimatmagazinen, beitragen. Und da Nachahmung, die höchste Form der Anerkennung ist, können wir uns diesbezüglich nun entspannt zurücklehnen, was wir jetzt auch tun. Denn wir haben im wahrsten Sinne des Wortes, keinen Druck mehr.
An alle, die sich bedient haben: "Sorry, jetzt müsst ihr leider selbst kreativ werden, sind wir gar nicht neidisch drauf." C'est la vie, so ist das Leben.
Wir sind stolz und dankbar für alles, was wir in dieser Zeit erlebt haben. Mit dem Gedanken, dass wir vielleicht doch einen Schritt der Zeit voraus waren und damit nicht ins Acherner Stadtbild passten, sind wir selig und bereuen kein einziges Wort.
Die Masse steht vielleicht auf unwürzigen Einheitsbrei und klassischer Bollenhut-Schwarzwald-Romantik, gedruckt auf Hochglanzpapier und mit einem gut eingesessenen, konservativen Schreibstil. Wir nicht. Dem ganzen haben wir – zumindest für eine gewisse Zeit – richtig gut entgegenwirken können, und das ist mehr wert, als alles andere.
In diesem Sinne, Leute, macht's gut und denkt immer daran: Man sieht sich immer zweimal im Leben.